Ruine Alt Bodman

Wahrzeichen des Überlinger Sees ist die markante Silhouette der Ruine Altbodman auf einer Kuppe des Bodanrücks westlich des Frauenbergs. Die Ruine ist von der Bergseite her zu Fuß von dem oberhalb bei der Vesperstube Bodenwald gelegenen Parkplatz in wenigen Minuten zu erreichen. Vom Ort aus benötigt man vom Parkplatz oberhalb des Königweingartens etwa eine Dreiviertelstunde. Nach dem Brand auf dem Frauenberg erbauten die Herren von Bodman eine wehrtechnische günstigere, repräsentativer ausgestattete Burg. Nach Schäden im Schweizer Krieg 1499 wurden der Eingangsbereich erweitert, der Wohnturm erhöht und die Wehrhaftigkeit durch Flankiertürme verbessert. Am 15. August 1643 gegen Ende des 30jährigen Kriegs ließ der französische Kommandant von Überlingen nach einem Zechgelage mit seinen Offizieren die Burg niederbrennen. Die Herren von Bodman haben die Burg nicht wieder aufgebaut. Um 1900 ließ Graf Franz von und zu Bodman eine Aussichtsplattform an die Reste des Wohnturms anfügen. Inzwischen ist die Ruine renoviert und für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Kernburg besteht aus dem mächtigen Wohnturm, der zur Bergseite hin nahezu fensterlos und leicht gewölbt ein Verteidigungsschild bietet, zur Seeseite hin eine mehrstöckige Fensterfront und teilweise Mauern aus Fachwerk besaß. Die Burg war wehrtechnisch genial angelegt. Zugänglich war die Burg von der See- und der Bergseite nur über schmale Hohlwege. Da insbesondere von der Südseite Gefahr drohte, schützte die Burg ein tiefer Halsgraben, eine Vorburg mit Stallungen, Gesinde- und Wirtschaftsgebäuden und darüber der 30 m hohe Bergfried und Wohnturm, der an seiner gewölbten Mauer Geschosse abprallen ließ. Von der Seeseite her führte in einer Kehre der von Mauern eingefasste Burgweg zum Burgtor, so dass in feindlicher Absicht anrückende Besucher von der Wehrmauer beschossen werden konnten. Das wohl 1499 angefügte Burgtor in Eselrückenform war durch eine Kreuzigungsdarstellung und Wappen aus Sandstein geschmückt. Schließlich musste noch ein doppelter Zwinger überwunden werden, um zur Hauptburg zu gelangen. Da von der Seeseite kein Beschuss möglich war, konnten die Wohnräume mit großen Fenstern und Balkonen versehen werden. Diese leichtere und durchbrochene Bauweise war auch Ursache für den Einsturz des größten Teiles der Nordostmauer.

Oberhalb der Ruine befindet sich umgeben von Weiden das Hofgut Bodenwald. In dem um 1711 errichteten Wohnhaus befindet sich eine Vesperstube. Auf den weitläufigen Koppeln züchten die Brüder Biehler aus Konstanz seit 1973 nordamerikanische Bisons.

Von | 2017-09-06T16:00:38+00:00 6. September 2017|Sehenswürdigkeiten|0 Kommentare

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